Was wird aus der Oper?

Aufgrund der Coronakrise haben wohl alle Opernhäuser der Welt zur Zeit geschlossen. Die Met in New York wird bis Ende 2020 nicht spielen.
Meine Produktion von Bizet’s Carmen an der Gartenoper Langenthal wurde auf 2021 verschoben in der Hoffnung, dass dann wieder einigermaßen normale Zustände herrschen werden.
Als Dirigent im Home Office (kein Dirigent kann momentan regulär arbeiten) mache ich mir Gedanken über die Zukunft der Kunstform Musiktheater.
Die Probleme sind gleich mehrfach:
1. Der Chor auf der Bühne mit engen Auftritten und Abgängen.
2. Die Solisten, insbesondere im Duett-Modus.
3. Die Musiker im meistens engen Orchestergraben. Die Bläser sitzen immer direkt hinter den Streichern.
4. Das Publikum im Zuschauerraum. Gedränge auch beim Einlass und im Foyer.

Bei den momentan geltenden Covid-19-Massnahmen, deren Ende noch nicht abzusehen ist, sehe ich trotz beginnender Lockerungen in anderen Bereichen keine realistische Möglichkeit, die gute alte Oper wie wir sie kannten zu erleben. Andere Konzepte sehe ich auch noch nicht.

Für alle Künstler in diesem Kulturbereich ist das eine düstere Situation.